Back to school. Back to normal?

Die Marke Amundi
25.11.2019

Die Finanzmärkte sind in den letzten Wochen durch die Eskalation des Handelskrieges zwischen den USA und China erschüttert worden, da sowohl Einfuhrzölle als auch Gegenzölle auferlegt wurden. In Ländern wie Argentinien tauchten wieder länderspezifische Risiken auf, das britische Parlament wurde im Zusammenhang mit dem Brexit-Chaos suspendiert und Italien erlebte seine eigene politische Krise. Die Suche der Anleger nach Sicherheit drückte die Renditen von Kernländer-Anleihen auf ein beispiellos niedriges Niveau, wobei die Renditen der 30-jährigen deutschen Bundesanleihen erstmals negativ wurden. Die US-Renditekurve wurde zum ersten Mal seit 2007 invers, die Renditen von 2-jährigen Schuldverschreibungen überstiegen jene von 10-jährigen Schuldverschreibungen.

Aus unserer Sicht gibt es drei Hauptfaktoren für diese Sommer-Misere

Erstens mögen die Märkte keine politischen Unsicherheiten und Unklarheiten, und beides hat zugenommen. Auswirkungen der geopolitischen Risiken auf den wirtschaftlichen Ausblick sind offensichtlich. Rezessionssorgen sind in den USA übertrieben (wir erwarten keine Rezession in den nächsten 12 Monaten) und wir sollten die Rolle der Inversion der Zinskurve als Vorbote der Rezession in Zeiten unkonventioneller Geldpolitik nicht überbewerten. Zweitens droht die Eskalation des Handelskrieges in einen Währungskrieg, da sowohl die USA als auch China um die globale Hegemonie kämpfen. Die Abschwächung des Yuan auf über 7 Yuan pro Dollar, zum ersten Mal seit der Krise von 2008, wurde von der US-Regierung als Versuch der Chinesen angesehen, Währungen zu manipulieren. Wir teilen jedoch nicht die Ansicht, dass China die Währung proaktiv manipulieren wird. Die Behörden versuchen lediglich, den Wechselkurs zu stabilisieren, um die negativen Auswirkungen der Zölle auf die Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Exporte auszugleichen. Drittens nimmt der politische Druck auf die Zentralbanken zu. Die Fed hat eine Zinssenkung vorgenommen und die quantitative Straffung beendet. Die Art und Weise, in der Trump den Fed-Chef Jerome Powell unter Druck gesetzt hat, die Zinsen zu senken, ist jedoch eine Herausforderung für die Unabhängigkeit der Fed, insbesondere im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen 2020.

Welche Auswirkungen ergeben sich für Investments?

Der Rückgang der Renditen von Anleihen der Kernländer spiegelt ein komplexes Szenario wider.Die Erzählung scheint sich zu ändern, von „schlechte Nachrichten für die Wirtschaft sind gute Nachrichten für ‚Risky Assets‘“, die von den ultra-gemäßigten Zentralbanken unterstützt wird, hin zu „schlechte Nachrichten könnten bald tatsächlich zu schlechten Nachrichten werden“, wobei die Märkte einen wirtschaftlichen Abschwung einpreisen. Infolgedessen erwarten die Märkte und sogar die Politik, dass die Zentralbanken aggressiver intervenieren, aber die Märkte könnten beim Einpreisen geldpolitischer Maßnahmen zu weit gegangen sein, da das globale Wachstum stärker sein könnte als erwartet.

Kurzfristig könnten die Erwartungen einer aggressiven geldpolitischen Lockerung die Abwärtsbewegungen am Aktienmarkt in diesem äußerst unsicheren Umfeld begrenzen. Die Zentralbanken können zur Verlängerung des Zyklus beitragen, aber die Wirksamkeit dieser neuen Maßnahmen wird geringer sein als in der Vergangenheit, wenn sie nicht von einer konsequenten fiskalpolitischen Unterstützung begleitet werden. Es ist möglicherweise eine gute Nachricht, dass Deutschland die Wirtschaft ankurbeln könnte, um eine Rezession zu vermeiden. Wir befinden uns jedoch in einem sehr frühen Stadium, der Umfang ist begrenzt und nicht auf EU-Ebene koordiniert. Die Aktienbewertungen werden durch niedrige Anleiherenditen gestützt. Die Gewinnrevisionen waren bereits massiv, eine Stabilisierung könnte in den kommenden Wochen eintreten. Sollten sich die Aktienmärkte weiter abschwächen, könnte dies taktische Gelegenheiten bieten, das Engagement zu erhöhen. In dieser Phase, in der die Auswirkungen der Zentralbankpolitik nachlassen, werden die Gewinnaussichten die Haupttreiber der Märkte sein, und hier besteht das Risiko weiterer Rückgänge.

Die Suche nach Rendite wird sich fortsetzen, wovon vor allem hochwertige Investment Grade-Anleihen und Emerging Markets-Anleihen profitieren. Angesichts der extrem niedrigen Anleihenrenditen, der hohen Duration der wichtigsten Anleihenindizes und der geringen Liquidität sollten Anleger jedoch auf eine höhere Volatilität vorbereitet sein. Ein aktiver und diversifizierter Ansatz, bei dem alle Parameter bei festverzinslichen Wertpapieren (Duration, Währungen, Kurve, Kredit) berücksichtigt werden, kann dazu beitragen, einen Mehrwert in der Renditewüste zu erzielen. Die Beurteilung der Liquidität wird ebenfalls von entscheidender Bedeutung sein, da bei einer Enttäuschung über die Maßnahmen der Zentralbanken weniger liquide Bereiche einem höheren Risiko ausgesetzt sein können.

Insgesamt wird eine erhöhte Volatilität dazu führen, dass Anleger ihre Engagements neu überdenken und dabei wieder einmal die Grundlagen ins Zentrum rücken. Um Portfolios zu schützen, könnten Anleger das Risiko durch geeignete Absicherungsstrategien (Gold, Optionen und Währung) abschwächen und eine positive Einschätzung der US-Duration als Absicherung gegen Markt- und Liquiditätsrisiken in Betracht ziehen.

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Amundi bekräftigt seine Wachstumsambitionen im deutschen Markt mit Gründung eines Beirats

München, den 14.12.2018| Amundi Deutschland, mit einem verwalteten Vermögen von rund 46 Mrd. Euro, beruft einen Beirat und unterstreicht damit seine Wachstumsambitionen im deutschen Markt. Der Amundi Beirat besteht aus erfahrenen und namhaften Mitgliedern der deutschen Wirtschaft mit ausgewiesener Kenntnis der Finanzindustrie. Als unabhängiges Gremium gibt der Beirat entscheidende Impulse für die Ausrichtung des Unternehmens […]

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Handelskrieg zwischen den USA und China: ein Drahtseilakt

Die wichtigsten Erkenntnisse:Zur neuesten Eskalation: Donald Trump plant ab 1. September zusätzliche Zölle in Höhe von 10 Prozent für chinesische Importe im Wert von weiteren 300 Mrd. USD. Dies ist insofern überraschend, da es schien, als hätten die beiden Länder auf dem G20-Treffen im Juni eine gemeinsame Basis gefunden. Der Waffenstillstand war jedoch nur von kurzer Dauer und China reagierte mit eigenen Maßnahmen in Form einer Aussetzung der US-Agrarimporte und einer Währungsabwertung, was die Situation weiter verschärfen könnte.Wirtschaftliche Auswirkungen: Der Welthandel wird weiterhin unter Druck stehen. Es gibt keinen Grund, mit einer Rezession zu rechnen, aber die Auswirkungen auf das Wachstum werden ausreichen, um die Wirtschaftspolitik zu ändern, beginnend mit der geldpolitischen Lockerung. Die meisten Zentralbanken in den Emerging Markets befinden sich ebenfalls in einer Lockerungsphase. Die Gefahr ist jetzt, dass sich der Handelskrieg in einen Währungskrieg verwandelt. Der Handelskrieg wird die Karte der globalen Wertschöpfungsketten neu gestalten, einige Volkswirtschaften könnten daher von neuen ausländischen Direktinvestitionen profitieren.Auswirkungen auf Veranlagungen in Emerging Markets (EM): Ein langfristiger Handelskrieg könnte das globale Wachstum verringern, ausgelöst durch eine Verlangsamung in China und den USA. Der Handelskrieg könnte jedoch durchaus ein Kampf um die weltweite Vormachtstellung der beiden führenden Volkswirtschaften sein. Einige EM, die sich stärker auf die Inlandsnachfrage und die Umstrukturierung der globalen Lieferketten konzentrieren, sind möglicherweise besser in der Lage, durch die Volatilität zu navigieren, während andere, die gut in die derzeitigen Technologieketten integriert sind, am stärksten darunter leiden würden. Anleger sollten sich von extremen Positionen fernhalten und einen defensiveren Zugang wählen. Bei EM-Anleihen in Hartwährung glauben wir, dass die Liquidität durch die Zentralbanken weiterhin unterstützend wirken wird, während wir bei EM-Währungen, insbesondere in Asien, vorsichtiger sind.Auswirkungen für Investments allgemein: Die USA haben China offiziell als Währungsmanipulator bezeichnet, aber es ist unklar, welche konkreten Maßnahmen die beiden Seiten ergreifen werden. Klar ist, dass Investoren die daraus resultierende Unsicherheit und die Auswirkungen auf Geschäftsentscheidungen nicht mögen. Wir sind in einer späten Zyklusphase und glauben, dass ein vorsichtiger Ansatz notwendig ist – durch eine positive Haltung zu US-Staatsanleihen (wenn auch nach der starken Rally etwas reduziert) und durch eine vorsichtige Haltung zu Aktien. Wir glauben, dass diese Phase der Volatilität selektive Chancen für Aktien in den EM und in den entwickelten Märkten eröffnet. Anleger könnten auch Gold in Betracht ziehen, um die Volatilität zu verringern. Insgesamt bevorzugen wir vor dem aktuellen Markthintergrund defensive Themen.

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In Zeiten hoher Ungewissheit flexibel bleiben

In den letzten Wochen schwankten die Märkte zwischen positiven Nachrichten zur Geopolitik (US-China-Handelsgespräche, Italien, die abnehmende Gefahr eines No-Deal-Brexit) und weniger guten Nachrichten zu Wirtschaftsdaten (deutsche Rezession, US-Produktion und Verlangsamung von Chinas Wachstum). Dies führte zu einer Erholung an den Aktienmärkten und einem Anstieg der Renditen von Kernanleihen. Eine neue Phase des Abwartens hat wahrscheinlich begonnen, in der die Märkte die Rezessionsängste und den Druck der Handelsdynamik auf die Unternehmensbilanzen neu bewerten werden. Die wichtigsten Treiber der Märkte waren im vergangenen Jahr die Inflationserwartungen und die Zinssätze. Derzeit sind die Hauptursachen für Marktbewegungen die Rezessionserwartungen und politische Maßnahmen (monetär und finanzpolitisch). In beiderlei Hinsicht glauben wir, dass die Märkte zu viel erwarten. In unserem zentralen Szenario glauben wir nicht, dass es in den nächsten zwölf Monaten zu einer wirtschaftlichen Rezession kommen wird, da der Inlandskonsum stark bleibt (obwohl das verarbeitende Gewerbe schwach ist). Die Unternehmensgewinne könnten jedoch weiterhin beeinträchtigt werden, was ein fragiles Umfeld für Aktien darstellt.Darüber hinaus sind die Märkte unserer Ansicht nach zu optimistisch, was die Erwartungen an politische Maßnahmen betrifft. Die EZB scheint mit ihren Lockerungsmaßnahmen die Erwartungen der Anleger übertroffen zu haben. Es ist jedoch klar, dass die Geldpolitik mit fiskalischen Maßnahmen einhergehen muss (erstere allein reicht nicht aus, um einem geringen Wachstum und einer geringen Inflation entgegenzuwirken). In Bezug auf finanzpolitische Impulse erwarten wir ein gewisses Fine tuning, aber keine wesentliche Änderung der EU-Haushaltsregeln. Wenn die Erwartungen an politische Maßnahmen hoch sind, ist auch das Risiko für Anleger hoch, enttäuscht zu werden, was in den meisten Märkten zu Volatilität führt. Dennoch gibt es zwei alternative Szenarien, die sich in Zukunft abspielen könnten. Im negativeren Szenario fällt die wirtschaftliche Abschwächung aufgrund des anhaltenden Handelskrieges stärker aus als erwartet. Dies könnte sich auf die Investitionsausgaben auswirken oder sogar zu Entlassungen von Mitarbeitern führen, insbesondere in den USA, wo die Arbeitsgesetze flexibel sind (kurzfristig zögern Unternehmen jedoch, Personal abzubauen, da es teuer ist, Arbeitnehmer zu ersetzen), was sich auf den „robusten“ Konsum auswirkt. Die Angst vor Rezessionsrisiken könnte auch zu einer Rezession führen, die sich wiederum unmittelbar negativ auf „Risky Assets“ auswirken könnte. Es gibt auch eine dritte Möglichkeit – die Zentralbanken betreiben eine aggressive Geldpolitik und fiskalpolitische Maßnahmen kommen ebenfalls zum Einsatz. Dies würde „Risky Assets“ weiter unterstützen. Aufgrund dieser Szenarien und der Tatsache, dass wir derzeit das erste und das zweite Szenario für am wahrscheinlichsten halten (Instabilität, mit hohen Bewertungen in vielen Marktbereichen und dem Risiko von Enttäuschungen), sind wir der Ansicht, dass die Anleger vorsichtig und flexibel bleiben sollten. Unsere vier Überzeugungen:Die Zinssätze werden niedrig bleiben, was zu einer anhaltenden Jagd nach Rendite bei den Anlegern führen wird, da das Wirtschaftswachstum wahrscheinlich verhalten bleibt.In einer Welt mit weniger Globalisierung werden Handel und Politik im Fokus bleiben. Daher würde die Bedeutung des Inlandskonsums und der damit verbundenen Dienstleistungen in einzelnen Emerging Markets und entwickelten Märkten  zunehmen.Bei Aktien werden Fundamentaldaten und Gewinne wieder im Fokus sein.Liquidität bleibt für Anleger von entscheidender Bedeutung, da sie sich des  notwendigen Ausgleichs zwischen Risiko, Rendite und Liquidität bewusst sein sollten.Zusammenfassend ist unsere Hauptbotschaft an die Anleger, in diesem äußerst unsicheren Szenario zu versuchen, Kapital zu erhalten und angesichts der Volatilität flexibel nach Chancen zu suchen. Im weiteren Verlauf muss man als Anleger abschätzen, wie sich die Wahrscheinlichkeiten der verschiedenen Szenarien entwickeln. Heute ist unser wahrscheinlichstes Basisszenario, dass die Märkte zu viel vom „Policy Mix“ erwarten. Es gibt überzogene Befürchtungen einer Rezession und auch die Wirksamkeit von geldpolitischen Maßnahmen nimmt ab. Darüber hinaus glauben wir, dass es politische und wirtschaftliche Beschränkungen gibt, die eine fiskalische Kehrtwende in Europa / Deutschland verhindern.Über die kurzfristige Betrachtung hinaus wird die derzeitige Debatte zu einer wachstumsfördernden Politik in Kombination mit einem „Whatever it takes“-Ansatz führen. Dies bedeutet, dass wir weitere Anstrengungen sehen werden, um die Kluft zwischen dem geld- und dem fiskalpolitischen Spielraum zu überbrücken. Je nach Land und Institution kann es zu einer Art „Politisierung“ der Geldpolitik und einer „Monetarisierung“ des Haushaltsansatzes mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen kommen. Dies könnte das Marktumfeld angesichts einer Rezession oder angesichts von Präventivmaßnahmen zur Vermeidung einer Rezession beeinflussen. Die Anleger müssen die kurzfristigen Auswirkungen (Renditen fallen in allen Anlageklassen noch weiter ab) der sich möglicherweise daraus ergebenden Verschiebung der Erwartungen (einschließlich der Inflation) abschätzen.